Husky Tour Lapland 2013

Und wieder ging unsere 1. Reise im neuen Jahr in den hohen Norden….

Alexander hatte die blendende  Idee, mit der ganzen Familie auf Husky Tour zu gehen. Ein kleines Abenteuer mit grandioser Wirkung! Ich hatte mich im Internet ein wenig schlau gemacht - wie - wo und wann. Dass es in Finland, besser gesagt in Lapland - ännet dem Polarkreis sein sollte, war eigentlich ziemlich schnell klar. Gelandet sind wir bei Hetta Huskies in Enontekio, nahe der norwegischen Grenze, bei Pasi Ikonen und Anna McCormack. Gemeinsam führen sie ihre eigene  Farm mit ca. 100 Huskies ( vom Puppy bis zum Opa ) und bieten diverse Ausflüge und Touren an.

Wir haben uns für ein 7-Tage Arctic Mushing Programm entschieden d.h. 5 - Tage mit dem eigenen Schlitten und einem Gespann von 5 Huskies (Gregor hatte 6)  in der Pampa unterwegs.


Anreise und Tag 1:

mit einem stopover für eine Nacht in Helsinki sind wir nach Kittilä geflogen (der lokale Flughafen von Enontekio wird nicht regelmässig angeflogen) . Abgeholt wurden wir von einer Mitarbeiterin der Farm und weiter  ca. 2 Std. per Auto via Muonio nach Hetta (Enontekio). Nach einem freundlichen Empfang von Anna mit einem Teller Pasta für alle, ging es direkt zu den Hunden. Kurze Instruktion über Einspannen und Handhabung der Schlitten und ab auf eine rasante 6km Trainingsrunde. Letzte Gelegenheit für eine warme Dusche gab es am Abend im Hotel. Schwache Polarlichter über Hetta.


Tag 2:

Um 9:30 wurden wir beim Hotel abgeholt. Auf der Farm angekommen, waren unsere Schlitten bereits startklar und die Hunde eingespannt. Grund dafür war, dass wir zur Mittagspause eine Gruppe von 3 Teams treffen sollten, die mit uns für 2 Tage unterwegs waren. 9 Schlitten und 45 Huskies, geführt von mindestens 4 "Anfängern" (Gregor ausgenommen, die beiden Anderen weiss ich nicht…) - eine echte Herausforderung für Priska unser schweizer Guide und ihre englische Kollegin. Die 1. Nacht auf unserer Tour haben wir in einer komfortablen Hütte in Palojärvi verbracht.


Tag 3:

Tagwacht um 8 Uhr - Hunde füttern, danach ca. 2 St. "Verdauungspause" d. h. Zeit für ein gemütliches Frühstück und ein paar Landschaftsbilder bei Sonnenaufgang. Die Route ging Richtung Nord/Westen bis  zur norwegischen Grenze und in einem Bogen wieder zurück bis Näkkälä. In dieser Hütte war Schneeschmelzen angesagt - für uns und die Hunde. Immerhin hatten wir noch etwas  Licht dank einem kleinen Windgenerator.


Tag 4:

Ab heute waren wir mit Priska "en famille" unterwegs. Die 2. Gruppe fuhr nach Hetta zurück. Das Wetter war fantastisch und wir machten uns auf den Weg nach Süden in Richtung Pallas-Yllästunturi NP. Wo genau sich unser "Mökki" (die kleine Hütte für die Nacht) befand, hab ich noch nicht herausgefunden - auf jeden Fall im Wald an einem Fluss - irgendwo in der Pampa. Hier gab es auch keinen Strom mehr. Geheizt wurde mit einem Holzofen. Kulinarisch verwöhnt wurden wir von Pasi mit einem Rentiergeschnetzelten auf finnische Art. Heute erwarteten wir die kälteste Nacht und somit machten es sich noch ein paar zusätzliche Gäste an der Wärme gemütlich (7 Hunde) - glücklich wer noch einen Sitzplatz fand….Polarlichter der Stärke Kp 6-7 in dieser Nacht.


Tag 5:

Durch Wälder und Moorlandschaften (die nur im Winter begehbar/befahrbar sind) ging es wieder in Richtung Hetta, über den See und nach einem Mittagshalt in der Sommerhütte von Pasis Eltern weiter, bis zu unserem letzten und zugleich schönsten Übernachtungsplatz. Einer Kota (Holztipi) mit offener Feuerstelle in der Mitte und Holzbänken (unsere Schlafplätze) rundherum die mit Rentierfell bedeckt sind. Klar, dass uns auch in dieser Nacht wieder einige 4-Beiner die Füsse wärmen durften. 


Tag 6:

Ein bisschen wehmütig ging es zurück in die Zivilisation. Ein letztes mal die inzwischen liebgewonnenen Freunde füttern, sie zurück zu ihrem Häuschen bringen, dann hiess es Abschied nehmen. Schlitten und Material versorgen, dann gab's zum Abschluss noch eine deftige Portion Lasagne bei Anna. Und danach…….ab unter die Dusche. Nochmals Polarlichter über Hetta. 


Distanz:

Total haben wir in 5 Tagen ca. 190 km zurückgelegt, wobei die längste Etappe 45 km betrug. Im Schnitt sind wir gute 5 Std./Tag gefahren.


Temperaturen und Wetter:

max. ca. -5°C    min. ca -22°C   die kälteste Nacht war bei -25°C   von Sonne bis Schneefall hatten wir alles


Landschaft:

Die Bilder sprechen für sich…….


Pasi, Anna, die Hunde und ihr Team:

Man merkt, dass hier Leute mit viel Adventure Erfahrung am Werk sind (Pasi ist der 1. Finne, der ohne fremde Hilfe auf Skis den Südpol erreichte). Wer nicht gut genug ausgerüstet ist, bekommt Material zur Verfügung gestellt. (Stiefel, Handschuhe , Jacken etc.) auch die Schlafsäcke sind für tiefe Temperaturen ausgelegt. Pasi begleitet die Teams mit vornehmem Abstand auf dem Snowmobil, transportiert das Hundefutter und alles was es sonst noch braucht.

Die Haltung der Hunde ist sehr gut. Es wird genau Buch geführt, wieviele km jeder Hund gelaufen ist, so werden genügend Ruhetage eingeplant. Meine Hündin Arrow wurde ausgetauscht, da sie nicht genug fressen mochte. Jede Nacht durften mehrere Hunde mit uns die Hütte teilen. Einige bekamen für die Nacht ein Mänteli. Den "Fluffys" hat die Kälte weniger ausgemacht.

Für Priska war es die 1. grosse Tour, die sie geleitet hat. Sie hat einen super Job gemacht. 


Anekdoten:

Vom Schlitten zu fallen ist ein Muss…..mindestens einmal…..das ist Teil der Erfahrung. Egal ob bergauf oder bergab, ob man eben die Landschaft statt die Hunde anschaut oder eine Strasse kreuzt. Früher oder später sind wir alle abgetaucht in den weichen! Tiefschnee.

Halte nie an, wenn ein Snowmobile zu kreuzen ist - es ist besser das Snowmobile hält an. Wir aber haben angehalten um einen Rentierfarmer passieren zu lassen, der einen 600 kg schweren Heuballen auf dem Anhänger geladen hatte.  Na ja - die Hunde hatten eine längere Pause und wir ein kleines "workout". Glücklicherweise war der Baurer nicht allzu verdossen und für unsere Hilfe dankbar.


Fazit:

Die Ruhe, die weite unberührte Landschaft, das Zusammenspiel mit den Hunden, die Einfachheit der Hütten - es besteht eine gewisse Suchtgefahr!  


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